1. Zwischen Hoffnung und Sorge
Der 30. Januar 1933 und das erste Kabinett Hitler – der Reichstagsbrand, Hitler festigt seine Macht - der „Stahlhelm“-Tag in Hannover 1933 – nationaler Sozialismus – der sogenannte Röhmputsch, Ermordung
Schleichers, Hindenburgs Tod, „Der Führer“
2. Erfolge, Triumphe - und alles in Frieden
1935: Saarland, Wehrhoheit - die „Nürnberger Gesetze“ 1936: Wilhelm Gustloff – olympische Winterspiele - Wiederbesetzung des Rheinlands – olympische Sommerspiele – Beginn des spanischen Bürgerkrieges – „wo
gehobelt wird, fallen Späne“ – Abdankung Eduard VIII. 1937: Rituale – Panzerschiff „Deutschland“ in Ibiza – Luftschiff „Hindenburg“ in Lakehurst – Stalins Schauprozesse 1938: Affairen Blomberg und Fritsch – der
Anschluss Österreichs – Sudetenland – Gedanken über Hitlers Erfolge – General Becks Putschplan
3. Gewalt
Der 9. November 1938 - Besetzung der Tschechei
4. Krieg - und immer weiter Erfolge
Ausbruch des zweiten Weltkrieges - der Polenfeldzug, Kriegserklärungen von Frankreich und England - beginnender Seekrieg, erstes missglücktes Attentat, Sowjetunion greift Finnland an – Ausdehnung des Krieges auf
Dänemark und Norwegen, Krieg in Frankreich und die Regierung Laval – französische Gefangene, beginnender Luftkrieg - mysteriöser Flug von Rudolf Heß - Seekrieg, Nordafrika, Balkan und Kreta - Beginn des Krieges
in Russland
5. Finis Germaniae
Schlamm und Wintereinbruch in Russland, Staatsbegräbnisse – englisches Kommandounternehmen in St. Nazaire, „Mein Kampf“ - Stalingrad - die „Weiße Rose“ - St. Nazaire, Bombenkrieg - Rantum und der 20. Juli 1944 -
Grauen, Entsetzen und Erkenntnisse - Hitlers Tod und die Kapitulation - die kurze Zeit der Regierung Dönitz, Schwerin v.Krosigk und Speer
Leseprobe: Der 30. Januar 1933
(Aus II.1 - Zwischen Hoffnung und Sorge)
Heute kennt man den 30. Januar 1933 als den Tag, an dem die Finsternis über Deutschland hereinbrach. Aber für viele, auch von denen, die nicht gerade jubelten, wahrscheinlich für
die Mehrheit der Deutschen, war es wohl eher ein Tag der, wenn auch mit Zweifeln und Sorgen gemischten Hoffnung – Hoffnung auf Besserung der Verhältnisse in Deutschland und der Stellung Deutschlands in der
Welt. Die Nationalsozialisten hatten erst etwa ein Drittel der Wähler hinter sich, und selbst unter diesen gab es wohl nicht wenige, die nur meinten, man müsse es jetzt eben einmal mit Hitler versuchen. Was
wirklich bevorstand, das überstieg die Vorstellungskraft bei weitem, das konnten nicht einmal die ahnen, denen schon schlimmes Unheil schwante.
Leseprobe: Aus dem Krieg
(aus II.5 - Finis Germaniae, Staatsbegräbnisse)
Irgendwann Anfang 1942 hielt Hitler eine Rede, die mir, ohne dass ich mich an Einzelheiten erinnern kann, als düster und bedrohlich im Gedächtnis ist. Nach der Rede ging ich mit
meinen Freunden Otto Kiep und Richard Seyderhelm spazieren, um unsere Hunde auszuführen. Da sahen wir an einer Mauer in der Haltenhoffstraße mit Kreide angeschrieben „Nieder mit Hitler“. Wir gingen wortlos und
ohne Halt daran vorbei und sprachen erst darüber, als wir einigen Abstand gewonnen und niemanden gesehen hatten. Es erschien uns zu gefährlich, auffallend darauf zu reagieren. Vielleicht wurde man beobachtet.
Wie hätte man sich verhalten sollen? Am besten so tun, als habe man es gar nicht gesehen.
Leseprobe: Nach dem 20. Juli 1944
(aus II.5 - Finis Germaniae, Entsetzen und Erkenntnisse)
Irgendwann Ende 1944 oder Anfang 1945 bekam ich vier Tage Heimaturlaub wegen Bombenschadens am Elternhaus. ..... Es wurde ein Urlaub unter ständigen Fliegeralarmen, mehr als einem
Dutzend. Schon auf der Hinreise wurde der Zug mehrmals gestoppt, und wir mussten mehrmals in Deckung gehen. Auf der Rückreise war es nicht anders. In Hannover gab es Tag und Nacht Alarme. Meine Eltern und
Marlies haben in Hannover mehr Krieg erlebt als ich bei der Wehrmacht......
In Hannover erzählten meine Eltern und meine Schwester von einem kurzen Besuch des Berliner Rechtsanwalts Dr. Kunz. Er verteidigte auch an Freislers Volksgerichtshof. Meine Eltern kannten ihn als einen aktiven
Menschen, der immer obenauf war. Nun sei er ein gebrochener Mann gewesen und habe von entsetzlichen Zuständen am Volksgerichtshof gesprochen. Frau Solf, die Witwe des letzten kaiserlichen und ersten
republikanischen Außenministers 1918 ..... sei nur durch eine Intervention des japanischen Botschafters Oshima, der auf das Ansehen Solfs als früherer deutscher Botschafter in Japan hingewiesen habe, vor einem
Todesurteil bewahrt worden.
Weiter habe Kunz berichtet von einem Prozess gegen ein Fräulein von Thadden, das er ebenfalls verteidigt bezw. es versucht habe. Dort habe es sich um einen Gesprächskreis gehandelt, in den ein Spitzel
hineingeschmuggelt worden sei. Auch ein Gesandter Dr. Kiep habe dazugehört. Kiep, Fräulein von Thadden und Andere seien zum Tode verurteilt und hingerichtet worden. Kiep - das war der Bruder unseres
unmittelbaren Nachbarn, Patenonkel meines Freundes Otto Kiep. Unser Nachbar Dr. Max Kiep war Offizier bei der Abwehr (Canaris) in Paris. Die Verhaftung seines Bruders und anderer Mitglieder des Thaddenkreises
war noch vor dem 20. Juli 1944 erfolgt. Unser Nachbar war nach Berlin gereist, um sich für seinen Bruder einzusetzen. Inzwischen war das Attentat geschehen. Er traf seinen Bruder im Gefängnis mit Ketten an den
Füßen und ausgekugelten Armen an. Der habe ihn gebeten, nichts mehr für ihn zu unternehmen; er könne nur noch beten, bald hingerichtet zu werden, damit die Quälerei ein Ende habe. Mit allen diesen Eindrücken
fuhr ich .....
Leseprobe: Nach der Kapitulation
(aus II.5 - Finis Germaniae, Regierung Dönitz, Schwerin v.Krosigk und Speer)
Eines Tages kamen zwei britische Offiziere zur Besichtigung in unsere Batterie. Mein Batteriechef zog sich zurück. Ich empfing sie militärisch korrekt, und sie verhielten sich
ebenso. Die Pistole hatte ich wieder umgeschnallt, und sie wurde mir auch belassen. Sie inspizierten die Geschütze und die Munitionslager, ohne irgendwelche Erklärungen abzugeben. Die Verabschiedung erfolgte
von beiden Seiten ebenso korrekt und sachlich wie der Empfang. Es schien sich schon eine gewisse Zusammenarbeit der englischen mit den deutschen Stäben anzubahnen. Wir gewannen allmählich den Eindruck, dass es
nicht mehr lange dauern werde, bis wir zusammen mit den Engländern und den Amerikanern zur Fortsetzung des Kampfes gegen die Sowjetarmee eingesetzt werden würden
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